Unterricht – Überblick
Unser Unterricht folgt den Grundprinzipien der Waldorfpädagogik. Er verbindet Epochenunterricht, künstlerische Prozesse, handwerkliche Praxis und altersgemäße Entwicklungsschritte zu einem ganzheitlichen Lernweg von der 1. bis zur 10. Klasse.
Die folgenden Bereiche geben Ihnen einen Einblick in die Klassenlehrerzeit und die Oberstufe.
Die Klassenlehrerzeit (Klassen 1–8)
Die ersten acht Schuljahre bilden die sogenannte Klassenlehrerzeit. In dieser Phase begleitet nach Möglichkeit ein Klassenlehrer seine Klasse durch die Hauptfächer und sorgt für eine stabile, vertrauensvolle Lernumgebung.
Der Unterricht ist stark bildhaft gestaltet: Kinder erleben Inhalte anschaulich und mit allen Sinnen.
Hauptunterricht und Epochen
Jeder Tag beginnt mit dem Hauptunterricht in Epochen – mehrwöchigen Lerneinheiten, die es ermöglichen, sich intensiv mit einem Fach zu beschäftigen. Das Gelernte halten die Kinder in selbst gestalteten Epochenheften fest.
Fachunterricht und Praxis
Handarbeit, Eurythmie, Musik, Malen, Sport und Fremdsprachen ab Klasse 1 ergänzen die Hauptfächer. Exkursionen und praktische Projekte verbinden Lernen mit Handwerk, Natur und Gemeinschaft.
Überblick über die Klassenstufen
1. Klasse: Märchen, Schreiben, Lesen, Rechnen, Fremdsprachen, Musik, Eurythmie, Spielturnen und Handarbeit.
2. Klasse: Fabeln, Heiligenlegenden, Schreibschrift, Lesen und Rechnen bis 12 × 12.
3. Klasse: Geschichten aus dem Alten Testament, praktische Handwerke, Wohnen, Kleidung und erste Grammatik.
4. Klasse: Heimatkunde, Tier- und Menschenkunde, Fremdsprachen und Geräteturnen im Sport.
5. Klasse: Antike Kulturen, Geografie Europas und Pflanzenkunde.
6. Klasse: Gesteinskunde, Astronomie, Physik, römische Geschichte und Prozentrechnung.
7. Klasse: Chemie, Mechanik, Geschichte bis zur Neuzeit und Mathematik.
8. Klasse: Theaterstück, Jahresarbeit, Klassenfahrt und Geschichte bis zur Gegenwart.
Höhepunkte der Klassenlehrerzeit
- Klassenfahrten
- Individuelle Jahresarbeit in Klasse 8
- Aufführung eines Theaterstücks
So entsteht eine Lernzeit, die das Kind Schritt für Schritt von der bildhaften Welt der Märchen bis zum bewussten Erkennen geschichtlicher, naturwissenschaftlicher und kultureller Zusammenhänge führt.
Die Oberstufe – Verantwortung für das eigene Lernen
Ab dem 9. Schuljahr beginnt die Oberstufe, die das Streben nach eigener Lebensgestaltung und Urteilsbildung in den Mittelpunkt stellt.
Nach der behüteten Unter- und Mittelstufenzeit übernehmen die Schülerinnen und Schüler zunehmend Verantwortung für ihr eigenes Lernen. Der Unterricht wird anspruchsvoller und die Epochen werden von wechselnden Fachlehrkräften gestaltet.
Dabei lernen die Jugendlichen, ihre Fortschritte selbstständig zu reflektieren und sich intensiv mit den Natur- und Geisteswissenschaften auseinanderzusetzen.
Die Oberstufe eröffnet vielfältige Zugänge zur Welt. Praktika führen die Jugendlichen in Bereiche der Land- und Forstwirtschaft sowie in selbst gewählte Berufsfelder. Gleichzeitig bleiben die handwerklichen und künstlerischen Fächer zentral.
Die Klassenbetreuer übernehmen die Aufgaben der Klassenlehrer und sind Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kollegium. Regelmäßige Lernbegleitungsgespräche unterstützen die individuelle Entwicklung und stärken die Verantwortung für das eigene Lernen.
